Nike-Russen schuld an Umbro-Übernahme

Seit über 83 Jahren hat der englische Sportartikelausrüster Umbro seine Eigenständigkeit behauptet. Damit ist es nun vorbei – Umbro hat dem Übernahmeangebot des US-Sportartikelkonzerns Nike zugestimmt. Schuld am Niedergang von Umbro, das im kommenden Jahr deutlich weniger als 30 Millionen Pfund Gewinn erwartet, ist laut einem Bericht der Financial Times die einseitige Ausrichtung auf Fußball und das englische Nationalteam, das letzte Woche gegen die – von Nike ausgestattete – russische Nationalelf mit 1:2 verloren hat.
“Wir verwenden null Prozent unserer Überlegungen auf andere Sportarten als Fußball”, hatte sich Umbro in einer Werbekampagne gebrüstet. Diese Einseitigkeit macht dem Unternehmen nun schwer zu schaffen.
Bei der Fußball-WM in England 1966 spielten noch 15 der 16 teilnehmenden Mannschaften mit Umbro, bei der WM 2006 dagegen nur noch zwei: England und Schweden.
Die Englandtruppe, deren Leibchen der Hersteller aus Cheshire (Nordengland) schon seit 25 Jahren liefert, ist das attraktivste der rund 140 Teams, die weltweit Umbros Trikots tragen – darunter seit dieser Saison auch West Ham United.
Seit die Mannschaft von Englands Nationaltrainer Steve McClaren letzte Woche gegen die in Nike-Trikots spielenden Russen unterlag (siehe Bild) und schlechte Chancen auf die Teilnahme an der Europameisterschaft hat, sank der Kurs von Umbro erneut um fast vier Prozent.
Der US-Sportartikelriese Nike kauft nun den britischen Rivalen Umbro und stärkt damit sein Fußballgeschäft in Europa. Nike legt dafür laut Welt Online umgerechnet rund 408 Mio. Euro auf den Tisch. Laut dem englischen Guardian zahlt Nike £285 Mio. Der englische Fußballverband FA soll den Deal unterstützen, wobei der Ausstattervertrag des englischen Teams mit Umbro unangetastet bleibe.
Analysten sprachen von einem fairen Preis. Umbro-Aktien legten an der Londoner Börse im Verlauf des Dienstag um 15 Prozent auf rund 190 Pence zu.
Nike-Manager Eunan McLaughlin sagte, der Vorstand von Umbro werde das Angebot an seine Aktionäre weiterempfehlen. Nike kommt damit dem Ziel näher, bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika noch vor Hauptkonkurrent Adidas – der im Vorjahr West Hams früheren Ausstatter Rebok übernommen hatte – zum weltgrößten Fußball-Ausrüster aufzusteigen.
Umbro kleidet auch die Nationalteams von Irland, Schweden und Norwegen sowie sechs Mannschaften aus der höchsten englischen Liga ein (außer West Ham noch Birmingham City, Blackburn Rovers, Everton, Sunderland and Wigan.). “Wir wollen investieren und die Umbro-Marke stärken”, kündigte Nike-Manager McLaughlin an.
Infolge der Niederlage in Moskau ist das englische Team nun auf die Hilfe Israels im Spiel gegen Russland (17.11.) angewiesen. Israel spielt in Puma-Dressen.

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