“HANSE DER WOCHE” *): Wendelin Schmidt-Dengler

Wissenschaftler des Jahres ist Rapid-Fan und Premier League-Liebhaber

Der Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten wählte Wendelin SCHMIDT-DENGLER zu Österreichs Wissenschaftler des Jahres 2007. Der gestern Ausgezeichnete ist die Instanz in Sachen österreichischer Literatur. Zuletzt machte der Universitätsprofessor Schlagzeilen, als er aus Paris mit einem Koffer nach Wien zurückkam, in dem ein Teil des “Nachlasses zu Lebzeiten” von Peter Handke (“Die Angst des Tormanns beim Elfmeter”) steckte.
Der 1942 in Zagreb geborene Wendelin Schmidt-Dengler ist Vorstand des Instituts für Germanistik der Universität Wien und Leiter des Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek sowie auch Ehrenvorsitzender der Heimito von Doderer-Gesellschaft. Zudem ist der Literaturwissenschaftler bekennender Fußballanhänger und teilt mit dem RAPIDHAMMER zumindest drei Leidenschaften: jene für Rapid Wien (siehe rechts – Quelle: DIE FURCHE), den englischen Fußball und die Schriften des österreichischen Autors Heimito von Doderer (“Die Strudlhofstiege”).
Dass Schmidt-Dengler auch ein Faible für die englische PL hat, kann man folgender Aussage in einem Interview im KURIER vom 9. Jänner entnehmen:
“Was treibt Sie derart an, dass Ihr Feuer für die Literatur nie auszugehen scheint?
Es ist freundlich, dass Sie mich so sehen. Mag sein, dass ich den Anschein erwecke. Aber am Abend bin ich sehr müde und nur mehr für die Zusammenfassung der Champions League oder der Premier League zu haben. Vielleicht wirke ich so aktiv, weil ich auf dieses abendliche Ziel zustrebe.
Gegen Depressionen empfehlen Sie Thomas Bernhard. Und zur Entschleunigung der Welt?
Homer, aber nicht von Raoul Schrott übersetzt. Goethe. Henry James. Doderer. Patricia Highsmith, vielleicht auch Handke. Das ist meine sehr private Leseliste. Übrigens empfehle ich mit Bernhard immer auch Nestroy!”

Um meiner Wertschätzung Ausdruck zu geben, erlaube ich mir, Herrn Professor zusätzlich zum Titel Wissenschaftler des Jahres auch den vom RAPIDHAMMER regelmäßig verliehenen HANSE DER WOCHE*) zu überreichen.
Diese Würdigung hat sich Wendelin Schmidt-Dengler nicht zuletzt wegen folgender Aussage (in einem Interview mit der FURCHE) verdient:
“Diese Euro-Fanatik nimmt überhaupt groteske Formen an. Was mir besser gefällt, ist ein ordentliches Bundesligaspiel oder ein spannendes Regionalligaspiel, wo man auf den Sportplatz geht und sich identifizieren kann. Peter Handke interessiert sich etwa immer für die Leistungen des FC Numancia im spanischen Soria. ‘Numancia’ war übrigens das Zentrum des kelto-iberischen Widerstandes gegen die Römer, der Name ist also sehr archaisch. Und dort, in diesem kleinen Nest, interessiert Handke der Fußball. Ob man das jetzt mit dem Widerstand in den kleinsten Dörfern Serbiens gleichsetzt oder nicht: So etwas ist interessant – nicht das Millionenspektakel Euro.”
Vielleicht eine gewisse Parallele zum ungebrochenen Interesse des RAPIDHAMMERs an West Ham United…

*) In der Rubrik “HANSE DER WOCHE” (benannt nach Rapid-Legende Hans Krankl) wird jede Woche ein Akteur aus der weiten Welt des Fußballs vor den Vorhang gebeten und vom RAPIDHAMMER der Akklamation durch die werte Leserschaft empfohlen (siehe zuletzt hier!).

One Comment:

  1. RapidHammer said...

    WENDELIN SCHMIDT-DENGLER SCHRIEB (17/01/08):> Vielen Dank für diese schöne “Promotion”, die einer Erhebung zur Ehre der Altäre gleicht! Alles Gute, Ihr Wendelin Schmidt-Dengler <

    Posted January 18, 2008 at 5:46 PM | Permalink

2 Trackbacks

  1. By 3 Years. 1356 Posts. | RAPIDHAMMER on May 24, 2010 at 9:57 PM

    [...] nicht Hans, sondern Johann). Der leider viel zu früh verstorbene Literatur-Papst und Fußballfan Wendelin Schmidt-Dengler, einer von jenen, die der RAPIDHAMMER als “Hanse der Woche” vor den Vorhang bat, [...]

  2. By Rapid Hammer on March 28, 2012 at 8:26 AM

    [...] verlieh dem Doderer-Experten und Anhänger des SK Rapid im Jänner 2008 den Ehrentitel “HANSE DER WOCHE“, wofür sich Schmidt-Dengler launig bedankte: >> Vielen Dank für diese schöne [...]

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