Altach – Rapid: Neuaustragung wegen Regelverstoß bei Elfmeter

Bemerkenswerte Entscheidung in der österreichischen Bundesliga:
Wie der ORF berichtet, hat der Senat 1 der österreichischen Bundesliga (Vorsitz Dr. Manfred Luczensky, weitere Mitglieder Dr. Norbert Wess, Julius Reiter und Herbert Gneist) am Donnerstag entschieden, dass das Spiel der 25. Runde der T-Mobile Bundesliga zwischen Cashpoint SCR Altach (Vorarlberg) und dem SK Rapid Wien vom Samstag, 24. Februar, neu ausgetragen wird.
Die Vorarlberger hatten die Partie mit 2:1 für sich entschieden. Schiedsrichter Brugger hatte einen umstrittenen Strafstoß für Altach gegeben, der zum 1:0 führte. Aber nicht nur der regelkonforme Einsatz von Rapid-Verteidiger Markus Katzer, der den Ball spielte, war kein Foul,vor allem bei der Ausführung des Penaltys ging es nicht mit rechten Dingen zu.
Rapid beschwerte sich: Der Schiedsrichter habe den Elfer bereits freigegeben, bevor der Tormann richtig stand. Helge Payer, der Rapid-Keeper, hatte sich die Handschuhe am Tornetz abgeputzt und war mit dem Rücken zum Schützen hinter der Torlinie gestanden, als Brugger den Ball freigab. Roland Kirchler lief an und traf für Altach. (Video siehe hier!)
Verstoß gegen FIFA-Regel
Wie die Bundesliga auf ihrer Homepage erläutert, ist für diese Neuaustragung nicht entscheidend ob der Elfmeter selbst zurecht gegeben wurde. Das Urteil des Strafsenates wurde vielmehr damit begründet, dass Schiedsrichter Bernhard Brugger bei der Ausführung des Strafstoßes gegen Regel 14 der aktuellen FIFA-Spielregeln verstoßen hat.
Diese besagt, dass der Referee das Signal zur Ausführung des Elfmeters erst geben darf, wenn alle Spieler ihre vorgeschriebenen Positionen eingenommen haben, was im vorliegenden Fall nicht gegeben war.
Schiedsrichter Brugger hat in einer schriftlichen Stellungnahme seine irrtümliche Wahrnehmung eingeräumt und bestätigt, dass Tormann Helge Payer offensichtlich noch nicht spielbereit war.
“Zu betonen ist, dass hier nicht eine falsche Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters sanktioniert wird, sondern ausschließlich ein formaler Fehler zu beurteilen war”, sagte der Senatsvorsitzende Manfred Luczensky.
“Außerdem kann im konkreten Fall nicht ausgeschlossen werden, dass bei regelkonformer Durchführung des Strafstoßes das Spiel anders ausgegangen wäre.”
Der neue Spieltermin wird von der Bundesliga in den nächsten Tagen fixiert.
Altach kann gegen die Entscheidung bis Dienstag Abend Protest einlegen.



FIFA-Regel 14: Strafstoß

Ausführung:
Finten bei der Ausführung eines Strafstosses gehören zum Fussball. Ist der Schiedsrichter jedoch der Ansicht, dass die Finte eine Unsportlichkeit darstellt, wird der betreffende Spieler verwarnt.
Vorbereitung:
Der Schiedsrichter prüft, ob folgende Bedingungen vor der Ausführung des Strafstosses erfüllt sind:

  • Der Schütze steht fest.
  • Der Ball liegt korrekt auf der Strafstossmarke.
  • Der Torhüter steht auf der Torlinie zwischen den Torpfosten und blickt zum ausführenden Spieler.
  • Die Mitspieler des Schützen und dessen Torhüter befinden sich
    – ausserhalb des Strafraumes,
    – ausserhalb des Strafraum-Halbkreises,
    – hinter dem Ball.
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