GROSSES THEATER

“Die Leute gehen zum Fußball, weil sie nicht wissen, wie es ausgeht”, sagte der große deutsche Bundestrainer Sepp Herberger.
Etwas “wissenschaftlicher” formulierte Literaturwissenschafter Alfons Hug in dem Büchlein “Leben im Strafraum”, das ich mir gestern im Linzer Kunstmuseum Lentos vor dem Spiel LASK Linz gegen Rapid gekauft habe:
“Der Fußball verspricht Emotionen und Spannung und intensive Erfahrung von Lust und Unlust, die weit über unseren Alltag hinausgeht.”
Sowohl im Linzer Stadion auf der Gugl als auch zweieinhalb Stunden vorher am Upton Park, East London, bei West Ham vs. Blackburn wurde gestern “großes Theater” geboten:
Eine 2:0-Führung von West Ham United, der baldige Anschlusstreffer des gegnerischen Teams, ein gehaltener Elfer durch Robert Green, der Blackburn den Ausgleich versagte, und zwei Tore in der Nachspielzeit – dazu zwei Mannschaften, die sich nichts schenkten, nie aufgaben und englischen Fußball boten, wie wir ihn sehen wollen. Der Matchbericht von KUMB, dem ich glauben muss (denn ich verbrachte den Nachmittag in Linz und schaute mir am Abend das Bundesligaspiel auf der “Gugl” an) ist jedenfalls euphorisch und spricht gar davon, dass man wieder das schöne, schnelle offensive Passspiel gesehen habe, für das West Ham früher einmal bekannt war.
Und es war auch in Oberösterreichs Hauptstadt ein wirklich sehenswertes Match mit einem in der ersten Halbzeit sehr gut spielenden Heimteam, aber auch einer trotz zweimaligem Rückstand nie aufsteckenden Rapid-Elf, die dann in Hälfte 2 entscheidend zulegen und nach dem 2:2 zur Pause noch 5:2 gegen den LASK gewinnen konnte (Torschützen: Hoffer 2, Maierhofer, Baur Eigentor, Katzer)
So macht Fußball Spaß und stärkt die Gemeinschaft (ich sah mir das Match mit Linzer Kollegen und meinen Kindern an). Und Fußball macht (wenn das Ergebnis passt) glücklich.
Großes Theater.

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