HANSE DER WOCHE: Ümit Korkmaz

In der Rubrik “HANSE DER WOCHE” wird regelmäßig ein Akteur aus der weiten Welt des Fußballs vor den Vorhang gebeten und vom RAPIDHAMMER der Akklamation durch die werte Leserschaft empfohlen.

Am 17. September feierte Ümit Korkmaz, der im Sommer vom SK Rapid Wien zu Eintracht Frankfurt gewechselte linke Mittelfeld-Flitzer seinen 23. Geburtstag. Sein Bundesliga-Debüt in der Mannschaft der Eintracht gelang Ümit dagegen erst am 18. Oktober, als er bei der 0:2-Niederlage seines damals am Tabellenende herumkrebsenden Vereins gegen Leverkusen nach der Pause eingewechselt wurde.
Beinah mit seinem ersten Schritt auf den Rasen beim sommerlichen Trainingslager der Eintracht in Österreich hatte sich Ümit nämlich einen Mittelfußknochenbruch zugezogen und war nach der für ihn persönlich sehr erfolgreich verlaufenen EM für mehr als drei Monate ausgefallen.
Vergangene Woche wurde Korkmaz nun bei der Wahl der österreichischen Sportler des Jahres zum “Aufsteiger der Saison” gewählt, nachdem er sich bei der EURO und in der Meistersaison beim SK Rapid Wien in die Herzen der österreichischen Fußballfans gedribbelt hatte und auch bei der “Bruno-Wahl” der besten österreichischen Fußballer (im September) schon erfolgreich gewesen war.
Dass er sich bei der Sportler-Wahl als “Aufsteiger 2008″ gegen Konkurrenten aus allen Sportdisziplinen durchsetzen konnte, veranlasste mich nun, Ümit Korkmaz auch den Titel eines “HANSE DER WOCHE” zu verleihen!
Der rasante Aufstieg des Wieners mit türkischen Wurzeln, der mich seit seinem Debüt beim SK Rapid begeisterte, war keineswegs klar vorgezeichnet. Seine Karriere begann bei Wacker Wien, von 1996 bis 2005 kickte er beim unterklassigen SK Slovan oder in den “Käfigen” der Wiener Parks, ehe ihn der damalige Rapid-Sportdirektor Peter Schöttel zu den Amateuren der Hütteldorfer holte.
Im Juli 2006 debütierte er für Grün-Weiß in der Bundesliga und hat sich dank seiner Einsatzfreudigkeit zu einem echten Publikumsliebling entwickelt, dessen Sturmläufe regelmäßig von “Ü-Ü-Ümit”-Sprechchören begleitet werden. Von meinem Platz auf der Südtribüne im Hanappi-Stadion konnte ich Ümit bei seinen schnellen und kraftvollen Vorstößen an der linken Außenbahn in zahlreichen Partien “live” sehen und war schon ein “Ümit-Fan” als man ihn außerhalb von Hütteldorf noch kaum kannte.
Dass Rapid im UEFA-Cup 2007 gegen Anderlecht ausschied, war auch darauf zurückzuführen, dass sich mein Lieblingsspieler schon relativ früh in der ersten Hälfte verletzte und ohne ihn einfach nicht genug Druck aufgebaut werden konnte.
Mit seinen starken Leistungen bei Meister Rapid und im ÖFB-Training spielte sich der damals noch 22-Jährige nicht nur in den EM-Kader, sondern begeisterte dann auch in den Partien gegen Kroatien (als Einwechselspieler) und vor allem gegen Polen. Dieser Satz im Matchbericht von BBC ging damals runter wie Öl: “Umit Korkmaz used his explosive pace to waltz past two men down the left and cross for Harnik, eight yards out, to shoot straight at Boruc.”
Als ihn Rapid im Sommer sehr zu meinem Bedauern um nicht ganz 4 Mio.€ an Frankfurt abgab, war Ümit zwar vorläufig auf seinem Karriere-Höhepunkt angelangt, schon beim ersten Training warf ihn aber die erwähnte Verletzung zurück.
Nach seiner erstmaligen Einwechslung mehr als drei Monate nach seiner Verletzung stand der Österreicher am 22. Oktober gegen den Karlsruher SC dann schon in der Startelf, konnte aber noch nicht positiv auffallen. Zitat aus dem Spielbericht von der Eintracht-Website:
“… Korkmaz [offenbarte] noch Anpassungsprobleme an die Bundesliga und überdies, wohl seinem Schuhwerk geschuldet, mehrfach ausrutschte und auf den ersten Metern im Sprint nicht richtig in Tritt kam.”
Dann aber kam die Sportler-Wahl und am vergangenen Wochenende beim Auswärtsspiel gegen Cottbus der erste Assist zu einem entscheidenden Treffer. Der mit Nummer 11 spielende Ümit, dessen Lieblingsrückennummer eigentlich die “14″ ist, war wieder zur Pause eingewechselt worden und siehe da, plötzlich schaffte die Frankfurter Eintracht nach dem 2:1-Sieg gegen den KSC einen zweiten Sieg hintereinander (3:2) und konnte sich auch vom Tabellenende absetzen.
Für Ümit Korkmaz war dieses Spiel nun endlich das erfolgreiche Comeback nach seiner Verletzung, das ihm alle gewünscht haben. Im Spielbericht vom 3:2 gegen Cottbus liest man Folgendes:
“Die Einwechselspieler [Korkmaz, Fenin] waren es dann, welche die Eintracht mit einer gemeinsamen Aktion auf die Siegerstraße brachten. Der Österreicher war lang im Strafraum angespielt worden, sicherte sich den Ball gegen seinen Gegenspieler und legte mustergültig ab für Fenin, dem es gelang, zwischen zwei Gegenspielern hindurch mit einem Schuss ins kurze Eck erfolgreich abzuschließen.
Die Eintracht legte gegen nun zunehmend wankende Lausitzer noch nach.”

Also: alles Gute zum “Aufsteiger des Jahres” bei der österreichischen Sportlerwahl, zum tollen Assist beim Spiel gegen Cottbus und weiterhin viel Erfolg, lieber Ümit – vor allem in der nächsten Bundesliga-Runde gegen Bayern München am Mittwoch!!!

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