Nichts für schwache Nerven: West Ham 2-1 gegen Stoke

Ausschluss für Ohrfeige gegen eigenen Teamkapitän

Ein Thriller ist nichts dagegen. West Ham gegen Stoke war kein schönes Spiel, dafür aber war die Partie spannend bis zur letzten Minute und brachte mit einer roten Karte gegen Stoke-Angreifer Ricardo Fuller auch eine so noch nie gesehene Besonderheit.
Schon in der 4. Minute war Stoke in Führung gegangen, weil die – gegenüber dem Portsmouth-Match neu formierte – West Ham-Abwehr Stoke-Verteidiger Abdoul Faye bei einem Corner aus den Augen verloren hatte. Der hatte keine Mühe unbedrängt ins lange Eck zu köpfeln.
Beinahe hätten dann der in Abwesenheit von Craig Bellamy (Gelb-Sperre) von Beginn an eingesetzte Italiener Di Michele und Carlton Cole noch in der ersten Hälfte den Ausgleich geschafft, aber aus den zahlreichen kraftvollen Vorstößen, die vor allem über rechts vorgetragen wurde, resultierten bis zur Pause keine Treffer.
Faubert spielte statt des verletzten Lucas Neill Rechtsverteidiger, wobei er seine Rolle sehr offensiv anlegte, leider aber auch durch Fehlpasses und misslungene Flankenversuche auffiel. Im Mittelfeld war Behrami bemüht und kampfstark wie immer, Parker verteilte die Bälle diesmal recht gut, und der junge Collison fiel zwar weniger auf als zuletzt gegen Portsmouth, machte seine Sache aber wieder recht ordentlich.
Vorne waren Boa Morte, Carlton Cole und Di Michele aufgeboten worden, wobei alle drei durchaus zu gefallen wussten.
Cole nahm bei seinem Ausgleichstreffer in der 51. Minute den Ball – wie es so seine Art ist – mit dem Rücken zum Tor stehend an, umspielte mit einer Drehung den unbeweglichen (schon seit der ersten Hälfte leicht angeschlagenen) Stoke-Kapitän Griffin und schlenzte den Ball ansatzlos ins lange Eck. Ein typisches Carlton Cole-Tor!
Offenbar aus Ärger über den Ausgleich ging Stoke-Stürmer Ricardo Fuller auf seinen eigenen Kapitän los, was den mit Karten nicht gerade sparsamen Schiedsrichter Jones zu einer sofortigen roten Karte gegen den Jamaika-Forward veranlasste. Vielleicht die erste rote Karte der Geschichte wegen Insultierung eines Spielers der eigenen Mannschaft!
Gegen ein dezimiertes “Potters”-Team spielte West Ham dann Powerplay, wobei Boa Morte beinah schon der Siegestreffer gelungen wäre, hätte Higginbotham nicht für seinen geschlagenen Tormann Sörensen auf der Linie geklärt.
Und so spannte West Ham seine Fans bis zur 88. Minute auf die Folter. Das nervenaufreibende Match wurde schließlich durch einen Schuss von Carlton Cole, der vom Schienbein des gerade noch nicht im Abseits stehenden Diego Tristan ins Tor ging, entschieden.
In den vier Minuten Nachspielzeit versuchte sogar noch Stoke-Keeper Sörensen sein Glück als Stürmer, aber die West Ham-Verteidigung stand bis zum Ende sicher.
Überhaupt kann man, abgesehen von der Unachtsamkeit beim 0:1, der Abwehr der Hammers mit Upson (Kapitän) und Collins im Zentrum nichts vorwerfen, Stoke spielte aber auch sehr defensiv und prüfte die Hammers-Defensive kaum. So hatten Faubert und Illunga genug Gelegenheit, auf den Außenbahnen die Offensive in Schwung zu bringen.
Robert Green wurde wenig geprüft, war aber ein sicherer Rückhalt.
Und plötzlich steht West Ham in der Tabelle auf dem 10. Platz (durch 5 Punkte von den Abstiegsrängen getrennt)!
Das waren wirklich erfreuliche Weihnachtstage mit sechs Punkten für die Hammers!

West Ham: Green, Faubert, Collins, Upson, Ilunga, Behrami, Parker (Mullins 77), Collison (Tristan 77), Boa Morte, Di Michele (Spector 89), Cole.
Subs Not Used: Lastuvka, Bowyer, Sears, Ngala.
Booked: Cole, Boa Morte, Di Michele.
Goals: Cole 51, Tristan 88.
Stoke: Sorensen, Griffin (Davies 58), Abdoulaye Faye, Shawcross, Higginbotham, Delap, Olofinjana, Whelan, Pugh (Pericard 53), Cresswell, Fuller.
Subs Not Used: Simonsen, Lawrence, Soares, Tonge, Sonko.
Sent Off: Fuller (54).
Booked: Olofinjana, Higginbotham, Abdoulaye Faye.
Goal: Abdoulaye Faye 4.
Att: 34,477
Ref: M. Jones (Mansfield).

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