Suchtverhalten

Mehrere österreichische Zeitungen machen heute mit dem Thema “Internet-Sucht” auf.
Durch die ständige Konfrontation mit Bildschirm, Tastatur und Maus ist der Weg zum “internet-addict” kein weiter. Der Betroffene verliert die Kontrolle über seinen Internetkonsum – er braucht eine immer höhere Dosis – andernfalls kommt es zu Entzugserscheinungen, so Michael Musalek, Leiter eines Instituts für die Untersuchung und Behandlung von Suchterkrankungen.
Wird der Abhängige vom Computer ferngehalten, reagiert er mit Unruhe und Aggressivität, es kommt zu Schlafstörungen, Hitzewallungen bis hin zu Angstzuständen.
Buch- und Studienautor
Axel Dammler warnt vor den langfristigen Folgen für die bis zu 80.000 Internet-Süchtigen in Österreich: “Die Jungen verlieren den Zugang zur Realität und verabschieden sich von der Gesellschaft”, meint er.
Sie würden sich im Internet nicht über politisches Geschehen informieren, sondern sich unterhalten und vergnügen. Fehlende reale soziale Kontakte lassen die Beziehung zur Gesellschaft und das Verantwortungsbewusstsein schwinden.

Fußball-Sucht
Einer Sucht der anderen Art, die aber natürlich auch gekoppelt mit Internet-Sucht auftreten kann, widmen sich die Schauspieler Ronni Ancona und Alistair McGowan in ihrem Buch “A Matter of Life and Death – oder: Wie man einen Mann vom Fußball entwöhnt”:
Ronni hat Fußball satt. Ständig sieht man ihn im TV, Männer interessiert nichts mehr als das runde Leder und jedwede Romantik ist zum Scheitern verurteilt, wenn gerade ein wichtiges Spiel ansteht. So startet Ronni – zum Wohle aller (?) Frauen – ein Experiment: sie will testen, ob man einen Mann dazu bringen kann, die “wichtigste Nebensache der Welt”, ohne die er glaubt, nicht leben zu können, aufzugeben.
Als Versuchsobjekt hat Ronni ihren früheren Freund, Schauspieler Alistair McGowan auserkoren, der zugibt, sein ganzes Leben fußballsüchtig gewesen zu sein. Seine Beziehung mit Ronni Ancona sei daran gescheitert, sagt er: “If we had stayed together, we would have killed each other”, erzählte er dem Guardian. Und der Fußball sei dafür verantwortlich gewesen. Bei einem Urlaub mit Freunden, die sich nicht für’s Kicken interessierten, hat der Schauspieler schließlich bemerkt, er habe “nothing to say to them”.
Der Leser von “A Matter of Life and Death” wird für die Dauer eines Jahres Zeuge einer unterhaltsamen “Schlacht der Geschlechter” zwischen den beiden Schauspielern. Ein 12-Schritte-Programm und verschiedenste Ersatzhandlungen wie Spaziergänge, Kultur und unzählige Toastbrote mit Marmite-Brotaufstrich - Ronni versucht alles, um den zu entwöhnenden Fußballfan von seinem bisherigen Hauptinteresse abzulenken. Und tatsächlich: einen ganzen Sommer lang ist der Ex-Freund “clean”! Aber wie schaut es dann mit der Verlockung der neuen Saison aus?
Ob Ronni Anconas Programm bei McGowan von Erfolg gekrönt war, ist zu bezweifeln. Mittlerweile hat die Schauspielerin aber ohnehin bereits ein neues Versuchsobjekt gefunden: auch ihr jetziger Mann interessiert sich vor allem für Fußball.

One Comment:

  1. In Zola We Trust said...

    Cool site. http://www.inzolawetrust.com

    Posted September 23, 2009 at 3:43 PM | Permalink

One Trackback

  1. [...] Bill Shankleys berühmten “Sager” als Motto auf seiner Website. Kürzlich erschien ein Buch unter diesem Titel, das sich über den Fußball-Wahn lustig macht und beschreibt, wie man einen Mann vom Fußball [...]

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