Green zeigte Zweiflern die geballte Faust

West Hams Saison, die mit vier Niederlagen in der Liga begann, hat sich nun – nach vier Punkten aus zwei Spielen und einem Carling Cup-Sieg im Stadium of Light gegen Sunderland – deutlich zum Besseren gewendet. Und es scheint, als seien die traumatischen ersten Wochen unter Grant lediglich der notwendige Tritt in den Hintern gewesen. Nun zeigt man den Kritikern selbstbewusst die geballte Faust.

Von Magdalena Ehnes

Doch eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und ein Sieg ist kein Ruhekissen. Und während die Hammers den jüngsten Sieg über Lokalrivalen Tottenham genießen, sollten sie sich gleichzeitig darum kümmern, dass es so weitergeht, und dass sie nicht in den unteren Tabellenbereichen versauern.

Die Spielnachberichte zum ersten Erfolg gegen den Londoner Rivalen seit mehr als vier Jahren konzentrierten sich unterdessen weniger auf die Leistung der Spieler am Samstag, sondern mehr auf Robert Greens unschickliche Geste der Presse gegenüber. „Up yours“ signalisierte er mit ausgestreckter Faust in Richtung Pressetribüne nach seinem ersten Spiel ohne Gegentor seit Langem und die Daily Mail kommentierte ihren Bericht über Robert Greens makellose Leistung mit der Schlagzeile: “Rob Green is making a good fist of it”. Wobei an Greens Geste nicht nur die Faust, sondern der ganze Arm beteiligt war (-> Bild).

Die negative Kritik der letzten Monate nach seiner schlechten Leistung in Südafrika und zu Beginn der Premier League Saison hat Robert Green wohl doch mehr zu schaffen gemacht, als er immer wieder beteuert hatte.

Avram Grant, der nach dem schwachen Start selbst vermehrt Kritik über sich ergehen lassen musste, nahm den Keeper in Schutz: „Emotionen sind gut. Green ist meine Nummer eins und zwar so lange, bis er mir zeigt, dass er nicht mehr die Nummer eins ist.“

Gute Nachricht für die Fans ist, dass Green entgegen einiger Befürchtungen keine Strafe von der FA für seine trotzige Geste zu befürchten hat. Eine Sperre Greens zu diesem Zeitpunkt wäre denkbar ungünstig gewesen, denn trotz der Kritik der letzten Wochen ist Green immer noch der beste Keeper im Kader, und er muss sich jetzt vollkommen darauf konzentrieren, an seine Leistung vom Samstag anzuknüpfen.

Robert Green war nicht der einzige, der am Samstag in Trotzhaltung auftrat – das war im gesamten Team zu spüren. Der kampfbereite Nationalkeeper wurde für seine Spitzenleistung im 1:0 Sieg gegen Tottenham – abgesehen von der unflätigen Geste – regelrecht mit Lob überschüttet, doch das gesamte Team verdient ein kollektives Schulterklopfen für eine souveräne, konzentrierte und einsatzfreudige Leistung.

Diese Haltung heißt es nun zu bewahren für den nächsten Gegner Fulham – mit geballter Faust, den Zweiflern zum Trotz.

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