Sullivan: Krawalle, falls Tottenham ins Olympiastadion zieht?

Während West Ham seine Bewerbung für die Übernahme des Olympiastadions in London Stratford hochoffiziell in Downing Street Nr 10 abgegeben hat, hat nun plötzlich auch Premier League-Konkurrent Tottenham Hotspur kurz vor Ablauf der Frist am 30. September seine Bewerbung für die Übernahme des Olympiastadions ab 2012 deponiert.

Sollte die von West Ham gemeinsam mit dem Bezirk Newham abgegebene Bewerbung erfolgreich sein, so würde das Fassungsvermögen der Olympia-Leichtathletik-Arena von 80 000 auf 60 000 Plätze reduziert und sie soll neben Fußballspielen auch für Leichtathletik-Wettkämpfe, Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt werden. Auf dem Gelände des jetzigen Stadions Boleyn Ground würde, falls West Ham nach Stratford übersiedelt, ein Einkaufszentrum mit Wohnungen und Büros entstehen. Der Verkauf des im Klubeigentum stehenden Grundstückes wäre für die Eigentümer sicher eine schöne Einnahme, während man am neuen Standort Miete zahlen muss.

Störfeuer von Tottenham

Obwohl Tottenham mittlerweile ein Umbau des jetzigen Stadions an der White Hart Lane genehmigt wurde, meldeten die Konkurrenten aus dem Londoner Norden nun überraschend auch ihr Interesse an einem Umzug in das Stadion im Osten Londons an. „Es ist umsichtig und unternehmerisch sinnvoll, alle Möglichkeiten für den Club auszuloten“, sagte der Tottenham-Vorsitzende Daniel Levy am Freitag. Die Tatsache, dass die Spurs ihre Bewerbung gemeinsam mit dem Konzertveranstalter AEG Live abgaben, weist darauf hin, dass die Pläne durchaus ernstzunehmen sind, und nicht nur einen Plan B für die Umbaupläne an der White Hart Lane darstellen.

Immer wieder Ärger mit den Spurs

West Ham-Co-Eigentümer David Sullivan zeigte sich schockiert von den Plänen der Konkurrenz. „Es wäre ein Schlag ins Gesicht für Ost-London“, sagte er im Gespräch mit der Daily Mail . „Jetzt wollen sie in unseren Bezirk Newham ziehen. Was würden sie denn dazu sagen, wenn wir uns plötzlich in Haringey breitmachen würden? Ich bin schockiert von dieser Unverschämtheit!“

Sullivan prophezeite Ärger unter den Fans, sollte es zu einem Umzug kommen. „Wenn es wirklich dazu kommt, wird das echte Probleme geben, und das könnte schnell zu Unruhen führen. Ich denke es könnte Krawalle geben, soviel böses Blut gibt es zwischen West Ham und den Spurs, und ich weiß dass die Polizei das genauso sieht.“

Sullivan wirft den Konkurrenten krumme Methoden vor. „Ich bin sehr enttäuscht von Tottenham”, so der Hammers-Vorsitzende. „Die Art und Weise wie sie Geschäfte machen, ist einfach nicht richtig.“ Er wirft den Nord-Londonern auch vor, sie hätten sich im Jänner den Isländer Eidur Gudjohnsen zu Unrecht unter den Nagel gerissen. „Sie schnappten uns Eidur Gudjohnsen vor der Nase weg, nachdem wir ihn für Gespräche aus Barcelona geholt hatten. Er verschwand einfach aus dem Hotel.”

Sollten die Spurs ihre Stadion-Pläne weiterverfolgen, können sie jedenfalls sicher sein, dass sie nicht nur David Sullivan und die Hammers-Anhänger verärgern werden, sondern auch, dass die eigenen Fans alles andere als begeistert darüber sein werden, plötzlich im „feindlichen Gebiet“ ansässig zu sein.

Pic by Si_za via twitter

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Skepsis bei den West Ham-Anhängern

Dass allerdings auch die West Ham-Fans keinesfalls mehrheitlich davon überzeugt sind, dass eine Übersiedlung in die Olympia-Arena, die ihre Laufbahn behalten soll, zu begrüßen ist, zeigt eine Umfrage der Football United-Website West Ham Process.

Von mehr als 1000, die an der Internet-Umfrage teilgenommen haben, sind insgesamt 67 % gegen einen Umzug vom Upton Park nach Stratford. 47 % begründen dies damit, dass sie lieber den East Stand der derzeitigen Heimstätte Boleyn Ground ausbauen würden. 20 % meinen, man sollte ein neues eigenes Fußballstadion bauen, wie es vor einigen Jahren während des isländischen Regimes bei den Hammers geplant war.

Stolze 85 % sprachen sich gegen eine Stadion mit Laufbahn aus – die ist allerdings ein Muss, wenn man in das als Mehrzweckstadion dienende Olympia Stadion übersiedeln möchte. Befürworter halten den Gegnern entgegen, dass das Stadion so gebaut sei, dass man von den meisten Zuschauerplätzen trotz Laufbahn kaum weiter vom Rasen entfernt sei als beispielsweise in Arsenals neuem Emirates Stadion.

Links zur Umfrage:
-> Results Part I
-> Results Part II
-> Comments

Zu Olympiastadion und (Un-)Wahrscheinlichkeit von dessen Rückbau siehe auch meinen früheren Artikel -> Die Arroganz der Leichtathleten und den Artikel von Magdalena Ehnes -> Two years to go: West Ham ins Olympiastadion?


PS:
West Ham Keeper Robert Green wurde in das englische Aufgebot für das Länderspiel gegen Montenegro berufen.

2 Comments:

  1. rapidhammer said...

    Martin Samuel, writing in The Daily Mail, http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-1317411/Martin-Samuel-Keep-Tottenham-tanks-West-Hams-manor-Mr-Levy.html , says that T#ottenham should not consider a move to the Olympic Stadium,

    “Daniel Levy’s idea of invading the territory of a rival London club shows contempt for the dynamic of football in the capital and the history of its teams … Stratford is in east London and Tottenham are a north London club.

    Tottenham’s Olympic contingency plans may also be a non-starter for legal reasons. Premier League rules I5 and I6 deal very specifically with ground location. I5 states that any change of ground requires the consent of the Premier League board, while I6 says there must be a relationship between the locality and the name of the club or its traditional association.”

    Posted October 11, 2010 at 5:01 PM | Permalink
  2. Wenn der Beitrag so ironisch gemeint ist, wie ich ihn aufgefasst hab, ist er echt toll

    Posted November 5, 2010 at 6:04 PM | Permalink

One Trackback

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