Below Us Only West Ham…

Auf dem John Lennon Airport in Liverpool steht eine Statue des großen Beatles, der im heurigen Oktober 70 Jahre alt geworden wäre. Unter die darauf zu lesende Verszeile “Above us only sky…” hat ein Spaßvogel geschrieben: “Below us only Wolves and West Ham…”

Nach der Niederlage des FC Liverpool im Merseyside-Derby gegen Everton und dem 1:1 der Hammers gegen die Wolves stimmt die Bemerkung nicht mehr: jetzt liegt Liverpool aufgrund des schlechteren Torverhältnisses hinter Wolverhampton, nur West Ham – obwohl seit vier Ligaspielen ungeschlagen – rangiert noch unter dem früheren Mitglied der “top four” in der Tabelle.

A game of two halves

Von West Hams 1:1 gegen Wolves berichtet Magdalena Ehnes

Im “Kellerduell ” Tabellenletzter gegen Vorletzter holten die Hammers ohne den noch immer verletzten deutschen Nationalspieler Thomas Hitzelsperger ein Unentschieden. Der Deutsche muss aufgrund eines Sehnenrisses im Hüftansatz des linken Oberschenkels noch für mindestens vier Monate pausieren.

Nach einer schwachen ersten Halbzeit gelang die Hammers am Samstagnachmittag doch noch ein Remis, aus dem sogar ein Sieg hätte werden können, wenn ein Treffer von Piquionne in der Schlussminute nicht wegen angeblichen Handspiels aberkannt worden wäre. Und obwohl West Ham immer noch Schlusslicht in der Premier League-Tabelle ist, sieht Manager Avram Grant nach vier Spielen ohne Niederlage deutliche Anzeichen einer Erholung:

“Die Mannschaft bewegt sich in die richtige Richtung. Die Spieler verbessern sich, und das ist unser Ziel: uns stetig zu verbessern und Punkte zu machen. Eines der Dinge, auf die ich sehr stolz bin, ist, dass die Spieler in allen Teams, die ich trainiert habe, auch in England, am Schluss in besserer Form waren, als zu Beginn. Das ist mein Ziel hier.”

In der ersten Halbzeit wurden die Hammers noch von Wolverhampton an die Wand gespielt, obwohl diese auf ihren Kapitän Henry verzichten mussten und auch dessen Stellvertreter Jody Craddock nach nur fünf Minuten wegen einer Rückenverletzung verloren hatten. Trotz alledem waren sie über die gesamte erste Halbzeit hinweg das deutlich bessere Team, und sie hätten einen ordentlichen Vorsprung machen können, doch nachdem sie bereits nach 10 Minuten in Führung gegangen waren, gelang ihnen kein Treffer mehr.

In der Halbzeitpause machte Coach Avram Grant den West Ham-Spielern dann Dampf:

„Er war wirklich wütend auf uns wegen der ersten Halbzeit, weil er wusste was wir draufhaben, er weiß was das Team kann, und er war wirklich verärgert über die Art und Weise wie wir gespielt haben“, so Victor Obinna. „Er sagte nur: ‚Jungs, ihr wisst, dass ihr mehr könnt als das. Geht da raus und beweist es euch selbst, und seht zu, dass ihr dieses Spiel gewinnt!’“.

Green machte den Treffer der Wolves, an dem er aufgrund einer schwachen Faustabwehr nicht unschuldig war, mit erstklassigen “stops” mehr als wett und bereitete so die Aufholjagd der Hammers vor. Mit einem starken Scott Parker, der das Mittelfeld kontrollierte, gehörte die zweite Halbzeit dann ganz West Ham. Ohne Henry hatten die Wolves niemanden, der den Ball erkämpfen konnte und das Blatt wieder zu ihren Gunsten wenden hätte können.

Und man muss den Hammers wirklich zugestehen, dass sie mit einem starken Kampf in der zweiten Halbzeit wirklich versucht haben, der langen Durststrecke ein Ende zu bereiten. Nach Mark Nobles Treffer in der 53. Minute lag West Ham dann gleichauf, und der Kampf um den Sieg gipfelte in Frédéric Piquionnes Tor in der Nachspielzeit, das allerdings wegen Handspiel nicht gegeben wurde.

Schiedsrichter Mark Clattenburgs Entscheidung, ­Piquionnes Treffer nicht zu geben, verwehrte West Ham den ersten Liga-Auswärtssieg seit dem Eröffnungsspiel der letzten Saison, der ironischerweise bei den Wolves stattgefunden hatte. Avram Grant bestand darauf, der Franzose habe den Ball mit der Brust gespielt und das Tor sei rechtmäßig gewesen. Er betonte: „Wir hätten heute einen Sieg verdient”. Was aufgrund der zweiten Halbzeit durchaus richtig ist. Da Fußball aber “a game of two halves” ist, muss man wohl auch mit dem 1:1 zufrieden sein…

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