No dogs, no mess?

75 Pfund kann es kosten, wenn man seine Hundstrümmerl in London auf der Straße liegen lässt. Mehr als der teuerste Sitz in West Hams Upton Park-Stadion! Ganz schön teuer im Vergleich zu Wien – aber das trifft wohl ganz allgemein auf die Preisgestaltung in der britischen Hauptstadt zu…

Für mich wird’s Dienstag und Mittwoch jedenfalls sicher keine hundebedingten “Zores” (wienerische Übersetzung für “mess”) geben, denn unsere beiden Vierbeiner bleiben zu Hause! Offen ist allerdings noch, wie problembeladen das erste Ligacup-Semifinalspiel am Dienstag Abend im Boleyn Ground werden wird. Nach dem desaströsen Ergebnis gegen Newcastle hat sich West Ham mit einem 2:0-Sieg gegen Zweitligist Barnsley zwar halbwegs rehabilitiert (Tore: Spector; Piquionne), aber die zweite Halbzeit (in der das zweite Tor erst in der 94. Minute fiel) war anscheinend ziemlich ärgerlich für die Anhänger der Irons. Anders kann man sich diesen an die Barnsley-Fans adressierten Gesang im Stadion wohl kaum erklären:

 ”You came all this way to lose to us cunts” …

Und noch zwei Twitter-Botschaften illustrieren diverse Unzufriedenheiten in der zweiten Halbzeit am FA Cup-Samstag:

“Ridiculous. Had a feeling it may be another screw-up. Now they’re having to get Parker off the bench. It’d be surreal if it wasn’t West Ham.”

“Obinna just subbed. Threw off his shirt and ran down the tunnel. last game 4 westham” (?)

Manager Avram Grant, trotz der guten Resultate über Weihnachten nach dem o:5 sofort wieder im Kreuzfeuer der “West Ham faithful”  sitzt jedenfalls alles andere als fest im Sattel. Aber wie dem auch sei: am Dienstag heißt es neues Spiel, neues Glück! Und nach mehr als 20 Jahren wieder ein Cup-Semifinale am Upton Park, das hat schon was!

1990 spielte man im damals Littlewoods Cup genannten Ligacup – nach einem Viertelfinal-Sieg über Derby County (2:1) – gegen Oldham. Auswärts hatte man allerdings das “first leg” gegen den Zweitligisten mit 0:6 verloren, sodass der folgende 3:0-Heimsieg am Upton Park bedeutungslos war; das Ligacup-Finale 1990 gegen Nottingham Forest spielte Oldham (und verlor 0:1).

Diesmal könnten wir uns mit einem 3:0-Heimsieg durchaus anfreunden, zumal am Dienstag erst das Hinspiel gegen Birmingham City steigt und man dann für das Rückspiel zwei Wochen später in Birmingham ordentlich vorgelegt hätte. Birmingham hat allerdings am Wochenende einen Cupsieg aus London nach Hause gebracht: gegen West Ham’s Erzfeind Milwall gewann man im “New Den” ziemlich deutlich mit 4:1 (Tore: Derbyshire 2, Murphy, Jerome). Auch das letzte Ligaspiel hat Birmingham auswärts gegen Blackpool 2:1 gewonnen und davor spielte man gegen Manchester United und Tottenham (bei denen Beckham in den nächsten Wochen nur trainieren, aber nicht spielen wird!) immerhin unentschieden, verlor aber gegen Wolves und Arsenal (-> Resultate). Alex McLeish Mannen werden jedenfalls einen härteren Gegner abgeben als Barnsley am Wochenende!

Käme man ins Finale des League Cups (27. Februar 2011), würde man ziemlich genau drei Jahrzehnte nach dem Finale gegen Liverpool am 14.3.1981 wieder im Wembley Stadion spielen. Damals schaffte man unter Manager John Lyall gegen das große Liverpool in Wembley ein 1:1 (Tore: Kennedy; Ray Stewart [Penalty] für West Ham), verlor dann aber das Wiederholungsspiel im Villa Park in Birmingham 1:2. Paul Goddards Führungstor für West Ham egalisierte am 1.4.1981 Kenny Dalglish, und Alan Hansen scorte den “winner”.

Damit hatte West Ham auch seine zweite Chance, den Ligacup zu gewinnen, nicht nutzen können; 1966 hatte man unter dem großen Manager Ron Greenwood gegen West Brom das letzte mit Hin- und Rückspiel ausgetragene Finale mit einem Gesamtscore von 3:5 verloren (2:1 [Tore für West Ham: Bobby Moore und Johnny Byrne] und 1:4 [Tor für West Ham: Martin Peters]).

Birmingham City hat ebenfalls zweimal das Finale des seit 1961 ausgetragenen Bewerbs erreicht: 1963 gewann man 3:1/0:0 gegen Aston Villa, 2001 verlor man nach 1:1 im Elferschießen gegen Liverpool.

Also: Man sieht sich in London, die Hunde bleiben zu Hause!

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