Demba Ba: Striker on strike

Hoffenheim-Stürmer Demba Ba sorgt mit seinem Wunsch, auf die Insel zu wechseln, für gewaltigen Krach in der deutschen Bundesliga : der Senegalese wünschte sich einen Wechsel in die Premier League – zuerst war von West Ham United die Rede, nun soll es Stoke City werden – und war gewillt, diesen zur Not auch erzwingen. Der bei Hoffenheim noch bis 2013 unter Vertrag stehende Stürmer boykottierte das Trainingslager der Kraichgauer in Spanien und soll stattdessen zu Vertragsverhandlungen nach England gereist sein. Sein Verein ist not amused und droht mit einer hohen Geldstrafe und einer Sperre durch die FIFA. Der Sportrechtler Christoph Schickhardt hat das Verhalten von Ba und eines weiteren abwanderungswilligen Fußball-Profis, Jefferson Farfan vom Vizemeister Schalke 04, als “Raubrittertum” und “asozial” bezeichnet.

Von Magdalena Ehnes und RapidHammer

Ba beruft sich auf eine Absprache zwischen ihm und den Vereinsbossen, die ihm bei einem entsprechenden Angebot grünes Licht für einen Wechsel signalisiert hätte. „Hoffenheim hat ein Angebot erhalten. Beide Klubs haben daraufhin einem Transfer zugestimmt. Aus unerklärlichen Gründen hat sich Hoffenheim dann plötzlich anders entschieden“, schrieb Ba auf seiner Homepage: „Ich fordere meinen Klub auf, ehrlich zu sein und zu dem grünen Licht, das mir gegeben wurde, zu stehen.“

Der Verein widerspricht und sagt, es gäbe lediglich die Zusage sich mit dem Thema zu befassen, wenn eine Anfrage komme, Ersatz in Sicht sei und die Ablösesumme stimme.:

“Wenn jeder Spieler, der ein Angebot hat, dieses Versprechen bekommt, dann hätten wir in zwei Wochen keine Mannschaft mehr. Demba ist massiv unter Druck. Er muss seinen Verein jetzt dazu bringen, dass er mal ein marktgerechtes Angebot für ihn macht. Aber das wollen sie anscheinend gar nicht. Wir verhandeln durchaus auch mit anderen Vereinen. Das Problem ist, dass Demba nur nach London will“, so Hoffenheim-Manager Tanner.

West Ham soll für den 25-Jährigen ganz oben auf seiner Wunschliste gestanden sein, obwohl die Hammers ihre Position am Tabellenende der Premier League noch immer eisern verteidigen. Doch das spielte für den Stürmer keine Rolle:

„Hoffenheim war auch unter den Letzten der 2. Bundesliga , als ich kam.“

West Ham soll bisher angeblich 7,5 Millionen Euro für den Angreifer geboten haben. Das ist der TSG allerdings zu wenig. Ob Ba sich mit seinem Verhalten allerdings bei potenziellen zukünftigen Vereinen beliebt gemacht hat, darf bezweifelt werden. In Hoffenheim wird er jedenfalls kaum mehr Fuß fassen können. Neuesten Gerüchten zufolge soll es mit Bas Wechsel in die Premier League nun doch klappen – allerdings zu Stoke City. Laut kicker.de befindet man sich in Hoffenheim mit dem Tabellenelften der Premier League in aussichtsreichen Gesprächen, Hoffenheim werde den Wechsel wahrscheinlich demnächst bestätigen.

Was man aus juristischer Sicht von derartigen Bemühungen des Spielers zu halten hat, ist klar. Rechtsanwalt Schickhardt:

“In beiden Fällen handelt es sich um Arbeitsverweigerung. Im normalen Arbeitsleben führt dies zur fristlosen Kündigung, mindestens aber zu einer Abmahnung bei Androhung der fristlosen Kündigung im Wiederholungsfall.”
Bloß: “Seit dem Bosman-Urteil von 1995 ist das leider das Beste, was einem guten Spieler passieren kann. Denn nach nationalem Arbeitsrecht kann der Spieler dann im Prinzip ohne Ablöse-Entschädigung zu einem anderen Klub wechseln und dort noch mehr verdienen.”

Schickhardt rät den Vereinen in hartnäckigen Fällen, den Spieler, die Berater und den abwerbenden Verein beim Weltverband FIFA anzuzeigen. Das schrecke in jedem Fall ab.

Bringen wird es aber wenig, denn ein Spieler, der “steht”, verliert wohl schnell an Wert, und daher können die Klubs im Endeffekt kaum etwas anderes tun, als sich mit dem Wechsel einverstanden erklären. So lukrieren sie immerhin eine angemessene Ablösesumme! Die Anzeige bei der FIFA kann man sich sim Fall einer vertraglichen Einigung natürlich schenken!

Nicht anders ist es ja auch beim SK Rapid im vergangenen Herbst gelaufen, als Nikica Jelavic sich am Tag des ersten Europa League-Qualifikationsspiels weigerte, für die Grün-Weißen zu spielen, um seinen Wechsel zu den Glasgow Rangers durchzudrücken!

Ich wünsche Herrn Ba jedenfalls nicht “alles Gute bei Stoke” und bin froh, dass ein Typ wie er nicht zu West Ham United wechselt. Schließlich sollte doch auch im Fußball weiterhin der Grundsatz “pacta sunt servanda” gelten – und West Ham sollte bei seiner Mission Klassenerhalt auf Vertragsbrüchige verzichten können!

One Comment:

  1. rapidhammer said...

    Hahaha, striker on strike is a crock: Demba Ba doesn’t pass medical at Stoke. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,739754,00.html
    Sure he’s going to join West Ham now ;-)

    Posted January 16, 2011 at 12:20 PM | Permalink

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